Zahnfleischbluten? 5 Wege, das zu stoppen!

Dr. Tina Draheim
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10.5.2021

Das kannst du erfahren

Die häufigste Ursache von Zahnfleischbluten ist eine Zahnfleischentzündung durch Zahnbelag. Ist das der Fall, kann dein Zahnfleischbluten durch besseres Putzen gestoppt werden. Selten stecken jedoch auch ernste Erkrankungen, wie Blutkrebs, dahinter. Was die Ursachen von Zahnfleischbluten sind, wann du zum Arzt gehen solltest und 5 Tipps, das Zahnfleischbluten selbst zu stoppen, verrate ich dir in diesem Artikel.

Zahnfleischbluten ist NICHT normal

Du putzt dir die Zähne, spülst deinen Mund aus, das Waschbecken ist rot, du erschrickst! 😱 Oder du tust es mit einem Schulterzucken ab, da dir das öfters passiert, ganz nach dem Motto "mein Zahnfleisch ist halt empfindlich". 🤔 Aber lass dir gesagt sein: Gesundes Zahnfleisch blutet nicht! Wenn dein Zahnfleisch blutet, vor allem, wenn es regelmäßig ist, weist das auf ein zugrunde liegendes Problem hin.

Welche Erkrankungen Zahnfleischbluten auslösen können, was du dagegen tun kannst und wann du zum Arzt gehen solltest, verrate ich dir in diesem Artikel.

Das steckt hinter Zahnfleischbluten

Zahnfleisch-Entzündungen: Die häufigste Ursache von Zahnfleischbluten ist tatsächlich eine Zahnfleisch-Entzündung. Ein gesundes Zahnfleisch blutet nicht einfach bei Berührung. Wenn dein Zahnfleisch entzündet ist, fängt es dahingegen bei der leichtesten Berührung sofort an zu bluten! Dies ist sogar bei Zahnärzten eine offizielle Methode, um eine Entzündung festzustellen: "Bleeding-on-Probing", zu Deutsch "Bluten bei Berührung".

Kaputte Ränder deines Zahnersatzes: Eine dauerhafte mechanische Reizung des Zahnfleisches kann es auch zum Bluten bringen. Meist ist dies bei falsch sitzenden Rändern von Zahnfüllungen oder Zahnersatz (wie zum Beispiel Kronen) der Fall. Piercings im Mundbereich können auch dein Zahnfleisch dauerhaft reizen.

Schwangerschaft: Das Zahnfleisch von Schwangeren blutet häufiger. Das liegt zum einen daran, dass das weibliche Hormon Progesteron das Gewebe stärker durchbluten lässt. Zum anderen leiden schwangere Frauen häufiger unter Zahnfleischentzündungen. Studien zeigen sogar, dass 30 bis 100% der Schwangeren Zahnfleischentzündungen haben! So ganz ist der Grund dafür noch nicht geklärt. Es wird aber angenommen, dass der Anstieg der weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron das Vorkommen von schlechten Bakterien im Mund begünstigen. Außerdem setzen die weiblichen Hormone die Immunabwehr hinab. Alles zum Thema Mundkrankheiten bei Schwangeren steht übrigens in diesem Artikel.

Erkrankungen des Blutsystems: Wenn du eine Erkrankung hast, bei der deine Blutgerinnung nicht mehr richtig funktioniert, kann sich das in Form von Zahnfleischbluten bemerkbar machen. Das können zum einem Blutgerinnungs-Störungen sein (besser bekannt als "Bluter-Krankheit") oder bösartige Erkrankungen wie Blutkrebs. Aber keine Sorge: Das ist sehr selten und die wahrscheinlichere Ursache sind Zahnfleischentzündungen oder -Reizungen!

Vitamin K-Mangel: Vitamin K ist ein wichtiges Vitamin bei der Blutgerinnung. Wenn du davon einen Mangel hast, kann es mal schneller bluten! Der Mangel ist jedoch bei gesunden Menschen äußerst selten. Er wird durch chronische Erkrankungen des Verdauungssystems oder eine längere Antibiotika-Einnahme verursacht.

5 Wege, Zahnfleischbluten selbst zu stoppen

Wenn du dein Zahnfleischbluten effektiv behandeln willst, musst du die Ursache kennen und diese beseitigen! Keine Lust dafür zum Arzt zu gehen? Ok, ich versuche dir erst mal so zu helfen. Hier 5 Wege, die du ausprobieren kannst:

👉 Putze deine Zähne gründlicher!

Die häufigste Ursache von Zahnfleischbluten ist Zahnbelag! Viele machen den Fehler, dass sie, wenn das Zahnfleisch anfängt zu bluten, die Stelle schonen und beim Putzen auslassen. Das ist jedoch genau der falsche Weg! Putze die Stelle besonders gründlich – Zahnseide nicht vergessen! Achte nicht auf die Blutung, die ist nicht schlimm! Durch das regelmäßige gute Putzen wird die Blutung besser.

👉 Hör auf zu Rauchen!

Nicht immer ist Zahnbelag die Ursache für Zahnfleisch-Entzündungen. Rauchen erhöht, je nachdem wie viel geraucht wird, das Risiko für Zahnfleisch-Entzündungen um das bis zu 15-fache! Du putzt vorbildlich deine Zähne und dein Zahnfleisch blutet trotzdem? Rauchst du? Wenn du dein Zahnfleischbluten stoppen willst, musst du damit aufhören. Sorry für die harten Worte.

👉 Nimm mehr Vitamin K zu dir!

Hast du einen Vitamin K-Mangel, kann die Zufuhr dieses Vitamins dein Zahnfleischbluten lindern. Laut der deutschen Gesellschaft für Ernährung sollen Erwachsene 60 bis 80 Mikrogramm Vitamin K pro Tag zu sich nehmen. Hier einige Tipps zu Vitamin K-reichen Lebensmitteln:

👉 Spüle deinen Mund mit Wasserstoffperoxid!

Du brauchst eine schnelle Lösung? Spüle deinen Mund mit einer Wasserstoffperoxid-Mundspülung. 3%iges Wasserstoffperoxid kannst du verschreibungsfrei in der Apotheke kaufen. Es wirkt blutstillend und tötet zudem Bakterien ab.

👉 Drücke eine kalte Kompresse auf die Blutung!

Noch eine schnelle Lösung gewünscht? Abdrücken einer Blutung ist immer die beste Methode, diese zu stillen! Wenn deine Kompresse etwas kalt ist, ziehen sich durch die Kälte die Blutgefäße zusammen. Dies unterstützt die Blutstillung zusätzlich. Nimm jedoch bitte kein Eis! Kaltes Wasser genügt. Sonst schädigst du durch zu viel Kälte dein Zahnfleisch.

Achtung! Wann du unbedingt zum Arzt gehen solltest

Du hast besser geputzt, mit dem Rauchen aufgehört, gesünder gegessen und dein Zahnfleisch blutet trotzdem? Bemerkst du nach 7 bis 10 Tagen keine Verbesserung, dann geh zum Arzt! Der Zahnarzt schaut, ob du eine Zahnfleisch-Erkrankung hast, die nur durch eine Behandlung verbessert werden kann. Der Hausarzt kann durch eine Blutabnahme prüfen, ob ein Vitamin-Mangel oder eine ernstere Erkrankung dahinter steckt.

Wenn du schwanger bist und dein Zahnfleisch blutet, dann geh direkt zum Zahnarzt, denn dein Risiko für eine ernsthaftere Zahnfleischerkrankung ist stark erhöht! Infos dazu kannst du hier nachlesen.

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Dr. Tina Draheim
Ich bin Tina. Oralchirurgin und Oberärztin an der Uniklinik. Ich blogge über Medizin für den Alltag.
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