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Tina Mandel
Dr. Tina Mandel
12. Januar 2024
Frau mit Papierkrone hält einen übergroßen Modellzahn und zeigt mit dem Finger darauf

Zahnfee: Alles, was Eltern wissen müssen

5
min Lesezeit
Kinder

Medizinisch geprüft von Dr. Tina Mandel, Fachzahnärztin für Oralchirurgie Stand: 9. September 2026

Kurz gesagtDie Zahnfee ist eine moderne Erfindung aus einem Theaterstück von 1927 und belohnt Kinder für gute Zahnpflege. Im Schnitt bringt sie 3 Euro pro Zahn, eine Zahnbürste, ein Zahnbuch oder eine Zahndose passen genauso. Wichtig beim Zahnwechsel: weiterputzen, der erste bleibende Backenzahn kommt hinter den Milchzähnen.

Inhalt dieses Artikels
  1. Die Zahnfee-Lüge
  2. Woher kommt die Zahnfee? Ein bisschen Geschichte
  3. How-to Zahnfee: Was Eltern wissen müssen
  4. Was macht die Zahnfee mit den Zähnen? Zwei Antworten für neugierige Kinder
  5. Wie sieht die Zahnfee aus?
  6. Fazit: Die Zahnfee darf weiter fliegen
  7. Häufige Fragen
  8. Quellen

Die Zahnfee-Lüge

"Der Weihnachtsmann bringt dir keine Geschenke, wenn du nicht brav bist!" ... oder "Die Zahnfee tauscht deinen Milchzahn nur gegen Geschenke ein, wenn du dir gut die Zähne putzt!". Ach ja, was wäre Kindererziehung nur ohne diese kleinen Lügen! Sind wir nicht alle dankbar, dass es diese mythischen Figuren gibt? Aber wem können wir dafür eigentlich danken? Hast du schon mal über das Konzept der Zahnfee nachgedacht? Wer denkt sich sowas aus? Warum sollte eine Frau mit Flügeln sich für gut geputzte Milchzähne interessieren UND dafür auch noch bezahlen?! 😄 Wie gut, dass Kinder soweit noch nicht denken! 😅 In diesem Artikel schauen wir uns an, wie es zu dieser seltsamen Tradition kam. Finde die Wahrheit über die Zahnfee heraus. Aber PSST! Verrate es nicht deinen Kindern!

Woher kommt die Zahnfee? Ein bisschen Geschichte

Die Zahnfee, wie wir sie kennen, ist eine ziemlich moderne Erfindung ist. Auffällig ist jedoch, dass die meisten Kulturen irgendeine Art von Tradition haben, wie die verlorenen Milchzähne eines Kindes entsorgt werden. Kinder-Zähne scheinen also schon immer und überall ein Thema zu sein! 😏

Die moderne Zahnfee entstand durch ein für Kinder geschriebenes Theaterstück von Esther Watkins Arnold im Jahr 1927. 1949 griff Lee Rogow die Geschichte in seinem Buch The Tooth Fairy erneut auf. Danach erlebte die moderne Zahnfee einen regelrechten Hype, der bis heute anhält (Disney sei Dank). 😉

Die klassische Zahnfee ist dir zu langweilig? Dann lass dich doch von den anderen Kulturen inspirieren:

  • Vergraben des Zahns: In Afghanistan werden die Zähne in einem Mäuseloch vergraben. In der Türkei vergraben Eltern die Milchzähne ihrer Kinder an einem Ort, von dem sie glauben, dass er ihrem Kind Erfolg bringen wird.
  • In einen Pantoffel stecken: In Südafrika wird ein ausgefallener Milchzahn in einen Pantoffel gesteckt. Eine magische Maus nimmt ihn aus dem Pantoffel und hinterlässt ein Geschenk.
  • Einen Zahn werfen: In Asien werfen die Menschen den Zahn über ein Dach.
  • Eine Maus holt den Zahn: In Mexiko und Frankreich sammelt eine magische Maus den Zahn ein und hinterlässt ein paar Münzen.

Ok, doch lieber die klassische Variante. Aber: Wie genau sieht die Tradition eigentlich aus? Was muss ich tun?

How-to Zahnfee: Was Eltern wissen müssen

Vorweg ein bisschen Medizin: Auch wenn bei deinem Kind die Milchzähne nun ausfallen, darf die Zahnpflege auf keinen Fall vernachlässigt werden! Viele Eltern wissen nicht, dass der erste bleibende Zahn nicht ein sichtbarer Schneidezahn ist, sondern als erster Backenzahn klammheimlich hinter den Milchzähnen kommt. Diese Zähne haben nachweislich ihr höchstes Kariesrisiko, wenn sie gerade durchbrechen. Denn viele Eltern lassen bei wackelnden Milchzähnen die Zahnpflege ihrer Kinder etwas schleifen. So wird auch der bleibende Zahn schlecht geputzt.

Kann dein Kind den ersten ausgefallenen Milchzahn kaum erwarten und wackelt ständig mit dem Finger dran rum? Keine Sorge, das ist erlaubt! Medizinisch ist nichts dagegen einzuwenden, wenn dein Kind den Zahnwechsel durch Spielen an den Zähnen fördert.

Ok, nun ist der erste Zahn draußen. Was muss ich jetzt tun? Wenn Kinder ihre Milchzähne verlieren, legen sie den ausgefallenen Zahn unter ihr Kopfkissen in der Hoffnung, dass die Zahnfee auftaucht, um den Zahn gegen ein bisschen Geld einzutauschen. Aber: Wie viel zahlt die Zahnfee eigentlich dafür? Welcher Preis ist angemessen? Eine Umfrage hat gezeigt, dass die Zahnfee durchschnittlich 3,00 € pro Zahn zahlt.

Du findest Geld als Belohnung doof? Die Tradition hat sich inzwischen so vielseitig entwickelt, dass auch andere Geschenke gut gehen. Ich finde es immer schön, wenn das Geschenk etwas mit Zähnen zu tun hat (aber natürlich gleichzeitig cool ist😉), damit dein Kind ein Bewusstsein für Zahnpflege entwickelt. Hier ein paar Ideen:

  • Eine richtig coole Zahnbürste! Warte ... Kann eine Zahnbürste cool sein? Ich denke schon. Wenn sie pink ist und glitzert (vorausgesetzt du hast ein Kind, das genau das mag) oder das Lieblingstier deines Kindes drauf gedruckt hat, finden Kinder das cool!
  • Zahngeschichten: Es gibt inzwischen tolle Kinderhefte mit spannenden Geschichten, die schon fast Lust auf's Zähneputzen machen (kaum zu glauben, aber die Autoren scheinen Zauberkräfte zu haben).
  • Eine Dose, um die Milchzähne zu sammeln! Da ja meist nur der erste Zahn von der Zahnfee eingesammelt wird, ist das nicht nur super cool für dein Kind, sondern auch sehr praktisch für dich. Und dein Kind hat sozusagen seine eigene Schatztruhe!

Was macht die Zahnfee mit den Zähnen? Zwei Antworten für neugierige Kinder

Kinder möchten immer alles wissen. Und manchmal sind es Fragen, die wir echt nicht erwartet hätten und uns so spontan keine tolle Geschichte einfällt. Sei auf die Frage, was die Zahnfee mit den Zähnen macht, gut vorbereitet. Sie wird kommen! Würden wir uns doch auch fragen, wenn wir unsere Schätze abgeben müssten, oder? Hier zwei nette Geschichten für deine Notlüge:

  • Die Zahnfee sammelt die Zähne für das zentrale Zahn-Lager. Dort werden die Zähne auf die Kinder im Zahnwechsel verteilt, damit allen Kindern neue Zähne wachsen können. Die Zahnfee sammelt daher auch nur gesunde Zähne ein, da die neuen Zähne der anderen Kinder ja auch gesund sein müssen.
  • Die Zahnfee braucht die Zähne, um sich daraus ein Schloss zu bauen. Die Zahnfee kann sich nur aus gesunden Zähnen ein Schloss bauen, da es sonst nicht stabil genug wäre.

Wie sieht die Zahnfee aus?

Das entscheidet ihr. Es gibt kein festes Bild: In Büchern und Filmen ist die Zahnfee meist klein, hat Flügel und ein Kleid in Rosa, Blau oder Weiß und trägt ein Säckchen für die Zähne. Manche Familien machen aus ihr einen Elfen, eine Maus wie in Frankreich und Spanien oder einen unsichtbaren Helfer, der nur Glitzerstaub hinterlässt. Kinder fragen früher oder später nach Details: Wie kommt sie ins Zimmer? Wie groß ist sie? Was macht sie am Tag? Eine Antwort, die ihr gemeinsam ausdenkt, hält länger als eine, die ihr euch von einem Film borgt. Wer mag, hinterlässt eine kleine Spur: ein paar Glitzerpunkte auf dem Kissen oder einen winzigen Brief.

Fazit: Die Zahnfee darf weiter fliegen

Egal, wie du die Zahnfee bei dir zu Hause einbindest: Ich als Zahnärztin finde die Tradition toll! Es ist so wichtig, dass Kinder von klein auf ein Bewusstsein für ihre Gesundheit entwickeln können und lernen, dafür selbst die Verantwortung zu tragen. Dieser nette Mythos hilft auf sehr schöne und spielerische Art und Weise dabei.

Also dann: Zähnchen fein unter's Kopfkissen legen!

Wusstest du eigentlich schon, dass du dein Kind nicht nach dem Essen die Zähne putzen sollte? Lies doch diesen Artikel, um mehr zu erfahren! 😊

Häufige Fragen

Was macht die Zahnfee mit den Zähnen?

Zwei Notlügen, die funktionieren: Sie sammelt gesunde Zähne für ein Zahn-Lager, aus dem Kinder im Zahnwechsel neue Zähne bekommen. Oder sie baut sich aus gesunden Zähnen ein Schloss, das nur mit gesunden Zähnen stabil ist.

Wie viel Geld gibt die Zahnfee?

Eine Umfrage zeigt im Schnitt 3 Euro pro Zahn. Statt Geld eignen sich eine coole Zahnbürste, ein Zahngeschichten-Heft oder eine Dose zum Sammeln der Milchzähne.

Woher kommt die Zahnfee?

Aus einem Kindertheaterstück von Esther Watkins Arnold von 1927, 1949 griff Lee Rogow die Figur im Buch The Tooth Fairy auf. In anderen Kulturen holt eine Maus den Zahn oder er wird vergraben oder über das Dach geworfen.

Darf mein Kind am Wackelzahn wackeln?

Ja. Medizinisch spricht nichts dagegen, wenn das Kind den Zahnwechsel durch Spielen am Zahn fördert.

Quellen

  1. Kinder- und Jugendzahnmedizin: Empfehlungen zu Fluorid und Zahnpflege (Bundeszahnärztekammer)
  2. Kinder haben häufiger Karies als bisher angenommen (Deutsches Ärzteblatt)

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